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D I E . D Ä N I S C H E . N O R D S E E

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Lebendiges, geschmackvolles Westjütland

Wer Natur liebt, der kommt an der Nordseeküste Dänemarks voll auf seine Kosten! Unendlicher Horizont, kilometerlange Sandstrände und rauer Wind. Zwischen strahlendem Sonnenschein und dunklen Regenwolken kommen natürlich auch Foodies entlang der Westküste nicht zu kurz. Welche Köstlichkeiten uns auf unserer Reise begegnet sind, könnt ihr hier in unserem Reisebericht nachlesen.

Rein ins Auto, losfahren, ankommen. Wir verlassen Hamburg und erreichen nach nur 3,5 Stunden Autofahrt wir den Ferienort Blåvand im schönen Südwestjütland. Gemessen an unseren sonstigen Reisezielen ist die kurze Reisezeit schon mal ein klarer Pluspunkt. Kein Flughafen, kein Einchecken und kein Warten. So könnte es immer sein!

Das wissen scheinbar nicht nur wir zu schätzen. Der kleine Ort zählt weniger als 200 Einwohner, aber mehr als 2.000 Ferienhäuser. Wow! Kein Wunder, denn Blåvand ist umgeben von endlosen Heide- und Dünenlandschaften, von 40 km langen Sandstränden und einem idyllischen Leuchtturm Fyr Blåvandshuk. Hier tritt man sich nicht allzu schnell auf die Füße.

Wir gehen noch schnell etwas spazieren, um uns die Beine zu vertreten, schnuppern erste Meeresluft und bestaunen den weiten Sandstrand.

Auf dem Weg zu unserem Ferienhaus stolpern wir kurzerhand in ein kleines Feinkostgeschäft, wo wir mit großen Augen das vielfältige Angebot regionaler Leckereien bestaunen. Käse, Fleisch, Wurst, selbstgemachte Marmeladen und Chutneys, Schnäpse und sogar eigens produzierte Biersorten. Am Käsetresen lernen wir Claus kennen, der sich hier unter seinem Namen Hr. Skov ein kleines Feinkost-Paradies aufgebaut hat. Wir decken uns mit ein paar dänischen Tapas ein, packen ein paar Flaschen Bier in die Tasche und verabreden uns mit Claus für den nächsten Tag in seinem Restaurant. Er verspricht uns die Gegend von seiner leckersten Seite zu zeigen. Wir sind happy über die Begegnung und die vollen Einkaufstaschen und machen uns auf ins Ferienhaus zu unserem ersten „hyggeligen“ Abend in West-Dänemark.

Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Restaurant Hr. Skov. Es liegt nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt, direkt im Zentrum von Blåvand.

Wir sind gespannt auf den Tag mit Claus, der wohl, wie wir zwischenzeitlich erfahren haben, in der ganzen Region bekannt ist für sein Handwerk. Als Koch hat er sogar einen Ehrenpreis der gastronomischen Akademie Dänemarks erhalten. Wir können es kaum erwarten...

Claus begrüßt uns mit einem ordentlichen Frühstück. Gegrillte Wurst, Speck und Eier gepaart mit frischem Bauernbrot und Käse. Ein echtes Katerfrühstück, wenn man so will – schmeckt auch ohne Kater!

Frisch gestärkt fahren wir ins Grüne – mitten in die leuchtenden Heidelandschaften. Claus zeigt uns, wo er im Spätsommer wilde Kräuter für seine Schnäpse sammelt. Beim Pflücken erzählt Claus uns, dass er jährlich um die 1000 Liter Schnaps herstellt. Und jedes Jahr wird es mehr! „Die Leute lieben es die pure Natur zu trinken!" Außerdem ist Heide gut für die Verdauung. Und ein Verdauungsschnaps nach dem Essen hat noch niemandem geschadet, oder? Wie sollte es auch anders sein, bekommt Olaf direkt Lust, seine Nase in ein Schnapsglas zu stecken. Allerdings wird die anfängliche Euphorie schnell gedämpft, denn der Schnaps braucht ein Jahr, um sein volles Aroma zu entfalten. Da bleibt zu hoffen, dass ein irgendwo im hintersten Schrank versteckt ein Fläschchen aus dem letzten Jahr aufzufinden ist. 

Eine Wiese weiter zeigt uns Claus sein Lieblingskraut: Porse, auf deutsch Gagelkraut, ausgesprochen wie die Automarke. Wir haben alle noch nie davon gehört. Der eigentliche Witz: Als bekennender Tesla-Fahrer lässt Claus sich dennoch nicht nehmen, Porsebier zu brauen. 

Claus verspricht Olaf den Geschmackstest. Nach dem Heidekraut und Porse eingepackt sind, fährt er mit uns an die Küste. „Hier sammele ich gerne Hagebutte und Sanddorn“. „Am liebsten sind mir die schwarzen Hagebutten. Die sind viel leckerer und passen perfekt zu einem Stück Fleisch vom Grill,“ schwärmt er.

Olaf kann sich das schon ziemlich gut vorstellen! Das Frühstück ist mittlerweile ja auch schon ein paar Stunden her und der Hunger macht sich bemerkbar: „Wir wär‘s wenn wir eine Runde am Strand grillen?“ Claus schlägt sofort ein. Die beiden sprechen einfach eine Sprache!

Nach einem kurzen Besuch in Claus Laden, wo noch der Grill, das Fleisch und ein großer Korb Pilze für das spontane Grillen eingedeckt werden, geht es weiter zum Strand. Hier sichern sich Claus und Olaf einen der markanten Steinbunker aus dem zweiten Weltkrieg und eröffnen dort ihre kleine Improvisations-Küche.  

Claus zeigt Olaf wie einfach man Schnaps herstellen kann: Man nimmt eine Pulle Korn und mischt ihn mit den gesammelten Kräutern. „Okay, das war einfach“ freut sich Olaf und öffnet gleichzeitig die Flasche seines ersten „Porse Biers.“ Das Fazit: „Saulecker und so schön kräuterig und malzig!“

Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite und Claus und Olaf grillen ein ordentliches Steak vom dänischen Weiderind mit aromatischen Pilzen mit wilden Hagebutten und Sanddorn. Ein kühles Bier in der Hand, ein unbezahlbarer Ausblick und die Welt ist in Ordnung. „Das, mein lieber Olaf… Das ist Hygge!

Hygge? Das Wort wird im Dänischen für „gemütlich“, „angenehm“, „nett“ und „gut“ verwendet und beschreibt die Situation bestens.

FESTLICH

Lammrücken mit Röstkartoffeln und Queller

50 min
Mittel
€€€€

Wir fahren weiter Richtung Norden und kommen nach einer guten Stunde Fahrt in Hvide Sande an.

Hvide Sande ist auch bekannt als die Nordseeoase zwischen Ringkøbing-Fjord und Meer. Der kleine Fischerort liegt inmitten von spektakulären Dünenlandschaften auf einer schmalen Landzunge, die östlich und westlich von Wasser umgeben ist. Die Region wird vor allem von Sportanglern, Wassersportfans und Naturliebhabern geschätzt.

Angekommen machen wir uns als erstes auf den Weg in den Hafen. Seit eh und je leben die mittlerweile circa 3000 Einwohner von dem was ihnen die Nordsee anbietet: Muscheln, Kabeljau, Lachs und die köstlichen Nordseekrabben. Gleich morgens sollte man sich hier einfinden und auf die Ankunft der Krabbenkutter warten. So frische Krabben bekommt man ja sonst nicht! 

Wir haben Glück, denn im Hafen haben gerade zwei Kutter angelegt, die ihren Fang abladen. Olaf kommt schnell mit dem jungen Krabbenfischer Peer ins Gespräch und die beiden fachsimpeln sofort über die besten Krabben-Rezepte. Zum ersten Mal bekommt hier Olaf die Chance ungekochte und ganz frische Krabben zu probieren. Bewaffnet mit Messertasche und ein paar simplen Zutaten aus dem Auto kapert Olaf Peers Kutter und zaubert ein kleines Nordsee Krabben-Ceviche, wofür er die frischen Krabben einfach in Zitronensaft badet. „Coole Idee, so hab‘ ich Krabben ja noch nie gegessen“ freut sich Peer und erzählt Olaf, dass er und seine Kollegen noch eine schnelle Rezeptidee für eine kommende Veranstaltung im Hafen von Hvide Sande brauchen. „Kein Problem, Junge, aber erstmal müssen wir mal um die Wette Krabben pulen!“ „Und wenn ich verlier, dann darfst du mein Rezept behalten.“ lacht Olaf und Peer schlägt ein.

3,2,1… GO! Hier geht‘s zum Video! Wer wohl gewinnt?

Bock auf ein Krabben-Rezept? Wir haben da was vorbereitet...

SEAFOOD

Pumpernickel mit Krabbensalat und Zwiebelchutney

15 min
Leicht
€€€€€

Nachmittags geht es für uns weiter in die kleine Stadt Stauning, in der etwas ganz Großes vor sich geht. Seit etwa 15 Jahren wird hier dänischer Whisky hergestellt! Der erste dänische Whisky überhaupt!? Olaf trifft sich mit Alex, einem der neun Besitzer der Destille.

„In den letzten 15 Jahren ist so viel passiert, das kann ich unmöglich alles erzählen“. Fängt Alex sofort an. Aber mal der Reihe nach.

Ein paar Whisky Freude aus der Gegend saßen vor circa 15 Jahren zusammen und wunderten sich, bei einem Glas Whisky darüber, dass es trotz bester Grundvoraussetzungen keinen dänischen Whisky gab. Nach ein paar weiteren Gläsern beschlossen die Freunde der Idee dänischen Whisky nachzugehen und nach einem Jahr wurde der erste Whisky-Versuch gestartet. Das Ziel, welches die 9 Freunde seit diesem ersten Versuch verfolgen lautet schlicht und ergreifend einen der besten Rauch-Whiskys der Welt herzustellen. Wie man das macht? „Wir hatten alle überhaupt keine Ahnung von der Herstellung und haben uns nach und nach einfach alles selbst beigebracht und aus jedem Fehler gelernt.“ Sagt Alex ganz stolz, denn nach all den ganzen Jahren ist die Stauning Destille tatsächlich weltweit ein echter Hingucker und regelmäßig neue Flaschen mit neuen Jahrgängen im Handumdrehen verkauft. Bei einer Jahres-Produktion von gerader mal 15.000 Litern auch kein Wunder, denn viel ist das nicht. Für große Destillen bedeutet die Menge eine gute Tagesausbeute!

Vor 3 Jahren kam dann der überraschende Anruf von Diageo, einem der „Global Player“ wenn es um den Erwerb von Whisky Destillen geht. „Ich hab‘ das erstmal gar nicht glauben können und denen am Telefon gesagt, dass wir hier gar nichts verkaufen, und schon gar nicht Firmen-Anteile“ erinnert sich Alex.

Diageo ließ allerdings nicht locker und blieb so lange am Ball, sodass nach längeren Verhandlungen doch eine Einigung für beide Seiten in Frage kam.

Kurz nach unserem Besuch wurde also die neue Destille eröffnet und Alex und seine Kumpels sind nun stolze Besitzer einer riesigen Whisky-Destille und aus einem Hobby ist nun der absolute Wahnsinns-Traum wahr geworden. Bis zu 900.000 Liter können die Jungs nun im Jahr produzieren und somit mehr Menschen mit diesem genialen Produkt glücklich machen, als je zuvor.

Macht euch also alle auf den Weg in die Stauning-Destille und überzeugt euch nicht nur vom Whisky, sondern vor allem von den mega sympathischen Jungs, die mit jeder einzelnen Pore diesen Traum leben.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel machen wir einen Abstecher im angesagten Surfspot Dänemarks, dem "Cold Hawaii Klitmøller.

Im Nordwesten Dänemarks verbirgt sich nämlich einer der besten Surfspots Europas - trotz kühler Wassertemperaturen und unbeständigen Wetters!

Klitmøller, auch als Cold Hawaii bekannt, war bis in die 80er Jahre ein verträumtes Fischerörtchen. Dann kamen die ersten Windsurfer und leiteten einen richtigen Boom ein! Mit dem Windsurf Worldcup, der das erste Mal 2010 in Klitmøller stattfand, wurde die Region als Surfzentrum im hohen Norden bekannt.

Wir kehren auf eine fettige Hawaii Pizza in einem fancy-Surfer-Bude mit gutem Barista Cafe ein und bekommen trotz Dauerregen richtig Bock auf Surfen.

An der dänischen Küste muss man unbedingt ein Badehotel besuchen. Deswegen trifft Olaf heute Nachmittag im Hjorths Badehotel den kreativen, jungen Küchenchef Rasmus. Der Besuch eines Badehotels hat nicht nur bei den Dänen Tradition, sondern findet auch bei vielen Touristen Jahr für Jahr Zuspruch. Wie der Name schon sagt zeichnen sich diese Hotels durch unmittelbare Strand- und somit Badespaß-Nähe aus. Da sagen wir nicht nein...

Im Hjorths Badehotel, das schon seit 1890 besteht, wohnt mittlerweile eine ganz junge Seele. Neues Team, altes Haus mit kreativen Ideen, vor allem in der Küche.

Rasmus ist gerade mal 28 und schon Küchenchef in einem Traditionshaus. Mit seiner Liebe zu alten Rezepten aus seiner dänischen Heimat und der Verbundenheit zu der Region zaubert Rasmus traditionelle Gerichte mit einem modernen Twist.

Olaf darf mit in die Küche, um ein ganz besonderes Rezept mitzukochen. Im Original Rezept werden Lauchstangen mit Schweinehack gefüllt und anschließend mit einer Knusperpanade frittiert. Rasmus hat dieses Gericht in 2018 gebeamt und mit frischem Steinbeißer Loins gefüllt. Dazu gibt es eine Art Erde aus Roggenbrot mit Sauerrahm und Kaviar und einen Mix aus frischen Erbsen Erbsenpüree, Erbsenkresse.

Es geht weiter Richtung Norden: Heutiges Ziel ist Thorup Strand, dort wo die Fischerboote mit dem Bagger an Land gezogen werden und die Fischer ihren Fang direkt vom Boot am Strand verkaufen.

Dieses Panorama dürfen wir natürlich nicht verpassen. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, aber so ist es eben an der rauen Nordseeküste.

Für einen kurzen Abstecher lohnt sich der Strand aber absolut. Und wer Glück hat, der kann dabei sein, wenn die Schiffe ankommen und an Land gezogen werden. Hier empfiehlt es sich direkt den Fisch vom Fischer zu kaufen. Frischer geht’s nicht!

Uns zieht es weiter in Richtung Norden und kommen der Stadt Skagen immer näher.

Mit ein paar Impressionen aus Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks, verabschieden wir uns aus Dänemark und freuen uns schon auf das nächste Abenteuer in Dänemark. Wenn ihr auch Lust bekommen habt die Westküste Dänemarks zu erkunden dann folgt dem Link unten auf dieser Seite.

Und für's hyggelige Feeling Zuhause, unbedingt nachmachen: Dänische Zimtschnecken!

TRAVELER

Dänische Zimtschnecken

110 min
Mittel
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